Knapp ging es zu im Mannschaftsfinale der Damen bei der Europameisterschaft in Antalya.

Die Russinnen waren nach ihrem Weltrekord in der Qualifikation der klare Favorit gegen die deutsche Mannschaft bestehend aus der in der Weltrangliste zur Zeit bestplatzierten Deutschen Michelle Kroppen, der Vizeolympiasiegerin Lisa Unruh und der Junioren Charline Schwarz.

Mannschaft

Die in Antalya üblichen sehr schwierigen Windbedingungen, von Windstille bis zu sehr starken Böen ist hier innerhalb von 30 Sekunden alles möglich, führten schon im Bronzefinale zu verwehten Treffern. Auch im Goldfinale machte sich der böige Wind bemerkbar, ohne jedoch eine Mannschaft mehr zu benachteiligen als die andere.

Die Russinnen starteten mit einer sechs in den ersten Satz, konnten diesen jedoch trotzdem mit 51:52 für sich entscheiden. Der zweite Satz ging mit 53:51 an das deutsche Team. Im dritten Satz nutzten die Russinnen eine kleine Schwäche von Michelle Kroppen, die in ihren beiden Schüssen stark vom Wind beeinflusst wurde und gewannen diesen mit 54:53. Somit stand es 4:2 für die russische Mannschaft. In diesem entscheidenden Satz langte den Russinnen ein unentschieden, um die Goldmedaille zu erringen. Zwei Treffer der Russinnen in der Nähe der Linie ließen die deutsche Mannschaft zunächst wie die Siegerinnen dieses Satzes aussehen; die Kampfrichter werteten jedoch beide Pfeile auf so das es zu einem 55 zu 55 unentschieden und somit zu einer Punkteteilung kam. Die russische Mannschaft hatte somit den erforderlichen 5. Punkt, der zum Sieg reichte.

Im Rahmen der Europameisterschaften fand heute das Turnier um weitere Quotenplätze für das Olympische Turnier statt. Die deutschen Damen hatten bereits bei der Weltmeisterschaft 2019 die maximale Anzahl an Olympiastartplätzen erkämpft und konnten sich heute ganz auf das Mannschaftstraining und die am Sonntag bevorstehende Finalteilnahme konzentrieren. Die deutschen Herren waren bei den Quotenplatzturnieren bisher leer ausgegangen und sind somit bei Olympia noch nicht vertreten.
Insgesamt waren vier Quotenstartplätze zu gewinnen, maximal jedoch einer je Nation. Für die deutschen Teilnehmer bedeutete dies, dass, um sich einen der begehrten Plätze zu sichern mindestens ein vierter Platz her musste.

Grundlage für die Ansetzung der Partien war die Qualifikationsrunde vom ersten Tag der Euro. Moritz Wieser gewann sein Erstrundenmatch klar mit 6:2, musste sich dann aber im Sechzehntelfinale dem späteren Silbermedaillengewinner Valladont (FRA) geschlagen geben. Florian Unruh und Maximilian Weckmüller gewannen diese und die nächste Runde jeweils klar und standen somit im Viertelfinale. Valladont war es auch, der zunächst Weckmüllers Träume beendete und anschließend im Halbfinale auch Unruh auf den Kampf um die Bronzemedaille verwies. Im Bronzefinale gegen den Franzosen Chirault ließ Florian Unruh dann nichts anbrennen und holte sich mit 6:2 den dritten Platz und somit auch den ersten Quotenplatz bei Olympia für die deutschen Herren. Sieger des Quotenturnieres wurde der Türke Gazoz, der mit 6:0 die Siegesserie von Valladont beendete.

Die letzten Quotenplätze für drei Mannschaften und zwei Einzelschützen sind nun noch beim Qualifikationsturnier in Paris vom 18. - 21. Juni zu erringen.  

Bei mittlerweile wärmeren Temperaturen hatte das deutsche Juniorinnen-Team mit Clea Reisenweber, Elena Idensen und Charline Schwarz einen echten Lauf. Nach klaren Siegen gegen die jungen polnischen Damen und den russischen Nachwuchs trafen sie im Finale auf das Team aus Frankreich.

Beide Teams kämpften mit teilweise sehr heftigen Windböen. Da jedem Team für drei Schüsse nur 60 Sekunden Zeit zur Verfügung stehen, ist es kaum möglich, einzelne Böen abzuwarten.

Die Französinnen gewannen den ersten Satz hauchdünn mit einem Ring Vorsprung. Die deutschen Mädels konterten im zweiten Satz mit einer starken 56. Auch im dritten Satz ließen sie ihren Gegnern mit 54:43 keine Chance. Völlig verblasen wurde der vierte und entscheidende Satz. Mit ihrem letzten Pfeil verfehlten die Französinnen die Scheibe, so dass am Ende nur 39 Ringe zu Buche standen. Wer schon einmal in einer derartigen Situation stand, weiß, dass man jetzt, den vermeintlichen Sieg bereits vor Augen, hochkonzentriert weiterschießen muss. Mit drei fast fehlerfreien Schüssen gelang dies auch hervorragend. Die jungen deutschen Damen konnten somit das Finale relativ glatt mit 6:2 gewinnen.

Charline Schwarz wird erfolgreichste Athletin des Turniers

Für Charline war das nach Gold im Mixed-Team bereits die zweite Goldmedaille in diesem Turnier. Sie sicherte sich somit den Titel der erfolgreichsten Schützin des gesamten Turniers.

Beinahe hätte ihr Teamkollege Jonathan Vetter gleichgezogen. Nach dem Sieg im Mixed mit Charline am Donnerstag, stand er mit Erik -Linke und Domenic Merkel ebenfalls im Team-Finale. Nachdem das Team sich mit zwei Siegen jeweils im Shoot-Off ringgleich mit dem näheren Pfeil an der Mitte ins Final gekämpft hatte, musste es auch hier gegen die Italiener in das Stechen. Dieses Mal hatten allerdings die Italiener das Glück auf ihrer Seite und gewannen das Finale mit dem besseren Pfeil.

Für Charline heißt es nach der Rückkehr aus Slowenien sofort wieder Koffer packen, da am Monatsende die Europameisterschaften in Antalya anstehen.

Einen starken Auftritt in der Qualifikation hatte das deutsche Herren-Trio mit Platz vier für Florian Unruh (667), fünf für Maximilian Weckmüller (664) und 31 für Moritz Wieser (642). Für eine faustdicke Überraschung sorgte in der ersten Runde der Ausscheidungswettkämpfe der junge Moritz und kegelte den Achten der aktuellen Weltrangliste Sjef van den Berg (NL) mit 6:0 aus dem Wettbewerb. Für den derzeit am stärksten eingeschätzten Deutschen Maximilian Weckmüller war hingegen bereits in der ersten Eliminationsrunde Schluss. Mit drei 27-er Passen verlor er glatt mit 0:6 gegen den überragenden Spanier Miguel Alvarino Garci (30,28,30), den wiederum Florian Unruh zwei Runden weiter im ¼-Finale eliminierte. Florian und Moritz wurden beide erst im Halbfinale gestoppt und kämpfen am Sonntag im Bronzefinale um die Medaille.

Deutlich mehr erhofft hatte sich dagegen die deutschen Herren im Mannschafswettbewerb, lagen sie doch nach der Qualifikation auf Platz eins. Sie gewannen zwar das Achtelfinale mit 6.2 gegen Italien, mussten sich dann aber im Stechen der spanischen Mannschaft im Viertelfinale geschlagen geben Auch das deutsche Mixedteam mit dem Ehepaar Lisa und Florian Unruh kam über das Viertelfinale nicht hinaus.

In der Elimination der Damen konnten Lisa Unruh, Michelle Kroppen und Charline Schwarz ihr Erstrundenmatch jeweils gewinnen. Im Sechzehntelfinale war dann allerdings sowohl für Lisa Unruh als auch für Charline Schwarz der Wettkampf beendet. Eine Runde später schied auch Michelle Kroppen im Einzel aus.

Charline greift nach Gold

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Deutlich besser lief es dagegen für das deutsche Damentrio in dem Mannschaftswettkampf; nach einem glatten 6:0 gegen Österreich, einem gewonnenen Stechen gegen die Tschechischen Damen und einem glatten 6:2 gegen Dänemark, erreichte die deutsche Mannschaft das Goldfinale, das am Sonntag um 10:25 Uhr live übertragen wird. Gegnerinnen sind hier die Russinnen.
Nach der Qualifikation, bei der das russische Team, der deutschen Mannschaft den gerade vor zwei Wochen geschossenen Weltrekord wieder entrissen haben, gilt die deutsche Mannschaft eher als Außenseiter. Trotzdem hat Charline hier die Möglichkeit, nach ihrem Mannschaftsgold bei der Jugendeuropameisterschaft vor drei Jahren auch bei den Erwachsenen im Teamwettbewerb nach Gold zugreifen.


Auch bei den sonst weniger beachteten deutschen Compoundschützen sind Erfolge zu vermelden. Janine Meißner und Tim Krippendorf erreichten das Bronzefinale im Mixed. Krippendorf steht auch im Einzel Bronzefinale am Samstag um 15:00 Uhr.

Ergebnisse unter: https://info.ianseo.net/?tourid=499

Nicht ganz so geschmeidig wie am gestrigen Tag lief es heute für den deutschen Bogennachwuchs in der Eliminationsrunde. Bei den männlichen Junioren erreichte nur der gestrige Goldmedaillengewinner im Mixed Jonathan Vetter das Viertelfinale, in dem er sich dem Ukrainer Husak mit 7:3 geschlagen geben musste; in der Endplatzierung war das der achte Platz. Erik Linke und Dominik Merkel vom SV Mosbach scheiterten bereits im Sechzehntelfinale.

Bei den Juniorinnen musste sich Clea Reisenweber im Sechzehntelfinale geschlagen geben Elena Idensen und Charline Schwarz verloren nach zwei Siegen jeweils ihr Viertelfinale und erreichten im Endklassement Platz fünf und Platz acht.

Ergebnisse unter:

https://www.ianseo.net/Details.php?toId=8551


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